Strukturarbeit

Was ist strukturelle Ausrichtung?

Spannungsdifferenzen in der Muskulatur und im Bindegewebe übertragen sich auf die Knochen und führen dabei zu Fehlausrichtungen und oft auch zu Schmerzen. Ein krummer Rücken, ungleich hohe Schultern wie auch Schmerzen im Beckenbereich können die Folge sein. Durch die strukturelle Arbeit am Körper werden diese Spannungsverhältnisse ausgeglichen. In der Folge können Korrekturen an Gelenken, der Wirbelsäule und am Becken vom Körper besser integriert und längerfristig erhalten werden.

 

 

Unser Körper ist mit einem Lastkran vergleichbar. Er besteht aus einem knöchernen Grundgerüst, den Extremitäten als Gewichte und Gegengewichte, und einem Motor: unseren Muskeln. Diese verlaufen meist quer zueinander. Damit sie unabhängig und reibungsfrei arbeiten können, werden sie durch eine schmierige, hautartige und doch zähe Schicht, sogenannte Faszien, voneinander getrennt. Ein zusammenhängendes Netz von Faszien zieht sich durch den ganzen Körper. Wackeln wir mit den Ohren, so hat dies Auswirkungen auf andere Körperteile, bis in den kleinen Zeh.

Wenn wir den ganzen Tag vor dem Computer sitzen oder immer wieder dieselbe falsche Bewegung ausführen, dann gewöhnt sich unser Körper allmählich an diese Fehlhaltung oder Fehlbewegung. Eine Fehlhaltung wird nicht mehr als solche wahrgenommen, sondern als unsere normale, gewohnte Haltung. Sie führt aber zu Spannungsdifferenzen in den Muskeln und Faszien und überträgt sich auf die Knochenstellung. Fehlstehende oder schiefe Wirbel, Hüftgelenke, Schultern, Füsse oder Becken können das Resultat sein.

Nach einem Velounfall oder einem Skiunfall kann es sein, dass ein Muskel durch den Schmerz so gereizt wird, dass er sich zusammenzieht und verhärtet. Dazu kommt, dass der Körper zum Schutz des verunfallten Körperteils eine Schonhaltung einnimmt, wie z.B. das automatische Entlasten eines schmerzenden Beins. Das ist eine natürliche und auch wichtige Reaktion. Doch wenn unser Körper das verunfallte Bein ein halbes Jahr nach dem Unfall noch immer schont, obwohl keine Schmerzgefahr mehr vorhanden ist, sprechen wir von einer Fehlhaltung.

In der strukturellen Ausrichtung geht es darum, die Spannungsunterschiede im Fasziennetz und in der Muskulatur durch tiefe und kräftige Massage des Bindegewebes zu lösen und fehlstehende Gelenke neu auszurichten.